Die Geschichte der Spielbank Bad Homburg

Champagnerluft und Tradition ist bereits seit Anfang der 1980er Jahre der offizielle Slogan der Kurstadt Bad Homburg. Ursprünglich geht dieser auf den Gründer des hiesigen Kurbades zurück, der bereits 1887 den Begriff als passende Beschreibung für den Kurort lancierte.

Nachdem bereits im frühen 19. Jahrhundert die erste Heilquelle in Bad Homburg entdeckt wurde, bekräftigte sich der Wunsch, Bad Homburg in eine Kurstadt zu verwandeln. Ein wichtiger Teil der Planungen war das Eröffnen einer Spielbank, um auch den Erb- und Geldadel anzuziehen. Gründer und lange Zeit auch Betreiber des Casinos waren die Zwillinge François und Louis Blanc, die einen großen Teil ihres durch das Casino erwirtschafteten Vermögens in Bad Homburg reinvestierten und unter anderem die zur damaligen Zeit revolutionäre Straßenbeleuchtung und sogar eine Eisenbahnverbindung in das nahegelegene Frankfurt finanzierten, um weitere Gäste anzulocken.

Ein steiniger Weg

Im Zuge der verfassungsgebenden Ausformulierung eines bundesweit gültigen Gesetzesentwurfs wurde eine Schließung aller deutschen Spielbanken beschlossen. Nachdem die Forderung einer finanziellen Entschädigung für sowohl den Pächter, als auch der Staatskasse, die an den Einnahmen des Casinos aufgrund einer Umsatzbeteiligung durch eine Konzession beteiligt war, abgeschmettert wurde, sah sich Bad Homburg gezwungen, formell Protest einzulegen. Dieser wurde jedoch durch den Reichskommissar und seine 700 Mann starke Exekutionstruppe vor Ort entkräftet und man sah sich gezwungen, den Betrieb der Spielbank fürs erste zu pausieren.

Weil zur damaligen Zeit keine Alternativen zum klassischen Spieltischmodell existierten, wurde ein privater Spielerclub gegründet. Man spielte in den gleichen Lokalitäten „unter dem Radar“ weiter, bis im Jahr 1851 per ministeriellem Erlass der Spielbetrieb auch offiziell wiederaufgenommen werden konnte.

Doch mit den preußischen Annexionen von 1866 gab es erneute Restriktionen, die einen weiterführenden Betrieb der Spielbanken in den Reichsgrenzen einschränkte. Zwar wurde ein befristeter Weiterbetrieb gestattet, jedoch nur unter der Auflage von spielfreien Sonn- und Feiertagen.

Spielbank Bad Homburg – Mutter von Monte Carlo

Bis zum Ende des Jahres 1872 wurde in Bad Homburg fleißig weitergespielt, doch dann war endgültig Schluss. Monsieur Blanc zog zurück nach Monte Carlo und widmete sich dem bereits 1862 übernommenen Monte Carlo Casino, welches bis zu seinem Tod ein noch größerer Erfolg als die Spielbank in Bad Homburg werden sollte.

Die Neueröffnung

Erst im April 1949 wurde die Spielbank erneut eröffnet. In Andenken an den ehemaligen Gründer und Betreiber François Blanc nennt sich die Spielbank seit ihrer Wiedereröffnung Mutter von Monte Carlo. Nach fast 25 erfolgreichen Jahren unter Konzessionär Hermann Heidtmann, wurde die Spielbank auf die Bad Homburg Wicker & CO. KG als Konzessionär und Betreiber überschrieben. Diese regelten die Konzessionsabgaben gemäß des §7 ff. des hessischen Spielbankgesetzes die Abgaben in Höhe von 89% an das Bundesland Hessen und die Stadt Bad Homburg. Seit 2013 liegt die François-Blanc-Spielbank in den Händen der gleichnamigen François-Blanc-Spielbank GmbH Bad Homburg, einer Tochter der 100% städtischen Kur- und Kongress GmbH.

Diese verwaltet zusätzlich das im selben Gebäude, nur mit einer Glasscheibe vom klassischen Spiel getrennt gelegene Spielbank Restaurant Le Blanc, in dem sie garantiert den kulinarischen Hauptgewinn ziehen. Einflüsse aus den verschiedensten Küchen der Welt ziehen einen roten Faden durch das von Entertainment, Genuss, Regionalität und Saisonalität geprägte Restaurantkonzept. Wöchentlich wechselnde Menüs und eine breite Auswahl an Amuse-Gueules und klassischen Hauptgerichten bereiten Leib und Seele in aller Ruhe auf eine lange Nacht an den Automaten, den Spieltischen oder an den zwei hauseigenen Bars vor.

Doch auch Feiern im Casino Bad Homburg ist möglich! Regelmäßig verwandeln freitags wechselnde Partys die Lounge der Spielbank in den DanceClub. An Samstagen legen Top-DJs auf und sorgen für ausgelassene Stimmung im vollen Haus. Sonntags kommen bei der „Tea & Dance“ Veranstaltung Fans der 70er, 80er und 90er voll auf ihre Kosten. Bis in die frühen Abendstunden tummeln sich auf der Tanzfläche die reiferen Generationen und schwelgen in Erinnerungen an ihre Jugend.

Wenngleich die Champagnerluft im Laufe der Zeit an Qualität verloren haben soll, so bestätigt die langjährige Tradition der Spielbank den zeitlosen Slogan, der Jahr für Jahr nicht nur Touristen in den Kurort lockt.

Glücksspiel soll in erster Linie Spaß machen. Doch aus einem spannenden Spiel kann schnell bitterer Ernst werden. Die Spieler verlieren die Kontrolle über ihr Spielverhalten und am Ende kann oftmals der finanzielle, der soziale und sogar der psychische Ruin stehen. Vor dem fließenden Übergang von reiner Spielfreude zur Spielsucht sollte sich jeder bewusst sein, damit der Besuch im Kurort nicht in einer Tragödie endet.

Nach dem Gewinn ist vor der Steuer: Ein Blick auf die Steuerpflicht von Gewinnen

Die richtige Zahl beim Roulette getroffen und in der Spielbank Bad Homburg gewonnen? Glückwunsch! Nach dem ersten Glücksmoment stellt sich schnell der Realismus ein und es tauchen praktische Frage auf, z. B. nach der Versteuerung eines Gewinns.

Grundsätzlich ist erstmal Entspannung angesagt, unter bestimmten Voraussetzungen sind Gewinne in Spielbanken und Casinos in Deutschland steuerfrei:

  • Nach § 4 Nr. 9b UstG sind alle in Deutschland und der EU erzielten Glücksspiel-Gewinne steuerfrei.
  • Dies umfasst u.a. Gewinne in Casinos, Spielbanken und Spielhallen mit einer so genannten EU Lizenz.
  • Die Höhe der Gewinne spielt dabei grundsätzlich erstmal keine Rolle
  • Sofern die Gewinne Zinsen abwerfen, müssen diese natürlich regulär versteuert werden
  • Aber Achtung: Wenn ein Spieler als Berufsspieler eingestuft wird, kann Einkommenssteuer erhoben werden. Nachvollziehbar, wenn das Spielen zur Haupteinnahmequelle wird.

Sind somit grundsätzlich alle Gewinne steuerfrei oder gibt es auch Ausnahmen?

Selbstverständlich gibt es auch Ausnahmen, sonst wären wir nicht in Deutschland. Es müssen grundsätzlich alle Veranstaltungen, die der so genannten Rennwettsteuer oder der Lotteriesteuer unterliegen, beim zuständigen Finanzamt angemeldet werden. Steuerschuldner ist bei Lotterien, Ausspielungen und bei Sportwetten der Veranstalter zunächst. Klingt eigentlich gut, da der Gewinner mit der Steuerabgabe erstmal nichts zu tun hat.

Wer sich z.B. für Sportwetten interessiert, kommt mittlerweile am Thema Wettsteuer praktisch nicht mehr vorbei. Leider wälzen inzwischen viele Anbieter die Wettsteuer auf die Spieler ab, zum Glück gibt es auch rühmliche Ausnahmen: So ist es zum Beispiel bei tipico möglich zu spielen, ohne die Steuer fürchten zu müssen. Dieser Anbieter macht diesen besonderen Umstand zum zentralen Bestandteil seiner öffentlichen Kampagnen und zieht damit positive Aufmerksamkeit auf sich. Denn der Gesetzgeber lässt offen, wer die Steuer zu entrichten hat.

So haben sich im Laufe der Zeit ganz unterschiedliche Modelle entwickelt, in denen mal die Spieler und mal die Buchmacher bezahlen. Verwirrung ist damit praktisch vorprogrammiert. Vor der Anmeldung bei einem Sportwetten-Anbieter ist es in jedem Fall wichtig zu prüfen, wie der Anbieter das Thema Wettsteuer handhabt. Letztendlich beeinflusst dies auch die Qualität der Quoten stark. Oder anders ausgedrückt: Erst dann lässt sich wirklich sagen, wie viel des schönen Gewinns am Ende beim Spieler bleibt.

Von Land zu Land unterschiedlich

Nachdem es zunächst das Ziel der Verantwortlichen war, eine EU-weite Regelung zu treffen, verflüchtigte sich dieses Vorhaben schnell wieder. Nach wie vor gibt es in den einzelnen Ländern ganz unterschiedliche Herangehensweisen. Die Tatsache, dass bislang noch keine einheitliche Regelung gefunden werden konnte, lässt sich mit Sicherheit auch auf die noch junge Historie der Steuer in Deutschland zurückführen. Die aktuelle Gesetzgebung stammt aus 2012 und resultiert aus dem Umstand, dass sich immer mehr Sportwetten in das Internet verlagern.

Doch wie immer gibt es auch einen positiven Blick auf das Thema: Da die Einnahmen durch die Wettsteuer den Bundesländern zufließen, profitieren auch die Menschen wieder von den erzielten Gewinnen. Gerade Sportwetten im Internet sind dadurch für einen beträchtlichen Teil der Einnahmen verantwortlich, die Jahr für Jahr in die Steuerkassen in Deutschland fließen.